Was ist Radioaktivität, was
tut sie uns an?
Natürliche Radioaktivität gibt es schon immer, entdeckt
wurde sie 1896 vom französischem Physiker Antoine-Henri
Becquerel. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung im
lateinischem radiare, das so viel wie strahlen heißt.
Gemeint ist damit die Eigenschaft einiger Elemente, die
ohne äußeres Zutun gewisse Teilchen abgeben.
Die Alfa-Strahlen sind im Grunde genommen nichts Anderes,
als zweifach Positiv geladene Helium-Atome. Betrachtet man
das Periodensystem der Elemente, sieht man dass
Alpha-Teilchen somit schon recht große Brocken sind, denn
sie bestehen aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Bedingt
durch ihrer Masse können sie bereits durch ein Blatt Papier
abgeschirmt werden. Auch die menschliche Haut, bzw.
organisches Gewebe kann von ihnen nicht durchdrungen
werden.
Da dies auch umgekehrt zutrifft, ist Alfa Strahlung, bzw.
Elemente die eine solche Strahlung abgeben (z.B. Plutonium)
sehr gefährlich. Atmet man z.B. ein Plutonium-Atom ein,
bleibt dieser im Körper. Und strahlt.
Beta-Strahlen sind Elektronen. Diese können zwar auch noch
relativ leicht, z.B. durch eine Alufolie abgeschirmt
werden. Ihre Eindringtiefe in organisches Gewebe beträgt
schon mehrere Millimeter.
Die Gamma-Strahlung ist eine hochenergetische, kurzwellige
elektromagnetische Strahlung, die von einem Atomkern
ausgestrahlt wird. Im Allgemeinen ist der Alpha- und
Betazerfall und immer der Spaltungsvorgang von
Gammastrahlung begleitet. Da Gammastrahlen das höchste
Durchdringungsvermögen haben, lassen sie sich nur durch
Materialien hoher Dichte (z.B. Blei) oder sehr dicken
Betonwänden abschirmen.
Außerdem gibt es da noch die so genannte
Neutronenstrahlung. Neutronenstrahlen entstehen bei der
Kernspaltung. Die Geschwindigkeit der Neutronen kann sehr
hoch sein, so dass zu ihrer Abschirmung sehr dicke Beton-
oder Wasserschichten erforderlich sein können. Neutronen
lassen sich aber auch abbremsen, z.B. von Wasser.
Was passiert, wenn man verstrahlt wird? Sicherlich kennt
jeder den Aufbau einer menschlichen Zelle. Mit dem Zellkern
nebst DNS, in welcher die Erbinformationen dieser Zelle
gespeichert sind. Wenn eine solche Zelle von Radioaktiver
Strahlung getroffen wird, stirbt sie ab. Schön, kann man
jetzt sagen, sie stirbt ab. Und?! Es stimmt, es ist nicht
weiter schlimm, denn Zellen sterben auch so mal ab und
werden dann durch andere Zellen ersetzt.
Schlimmer ist aber, wenn die Zelle durch die Strahlen nicht
zerstört, sondern nur beschädigt wird. Wenn insbesondere
die Erbinformation der DNS beschädigt wird. Dann wid diese
falsche Erbinformation an die nachfolgenden Zellen, die
durch die Zellteilung entstehen, weitergegeben. Die Folge
kann zum Beispiel ein ungebremster Wachstum dieser Zellen
sein. Am meisten gefährdet sind Zellen, die sich häufig neu
bilden, nämlich Knochenmarks- und Blutzellen, Hautzellen,
Darmzellen, Eizellen und Sperma. Menschen, die sich im
Wachstum befinden, also im Kindesalter oder in der
Pubertät, sind deswegen stärker gefährdet.
Die Bezeichnung dieses ungebremsten Zellenwachstums ist
übrigens Krebs.
